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SAMSTAG, 26.05.2007 - 06:15 Uhr
Stuntschule Licht #1 - Fashion Portrait (Deutsch)
 
 
#1: Fashion Portrait
 
 
Ein einfacher Schuss. Man steht nachts in einem architektonisch interessanten Umfeld mit dekorativer, aber schwacher Gebäudebeleuchtung.
 
 
 
Ich habe also erst mal den Hintergrund angemessen und festgelegt, wie hell ich den eigentlich will. Es hilft enorm, wenn man das Zonensystem verstanden hat, aber man kann sich im digitalen Zeitalter auch durch Versuch und Irrtum herantasten. Kamera steht auf "M", is klar, ne? Hier haben wir so was um 1/4 sec bei Blende 4 oder 5.6 @1600 ISO. Neutralabgleich auf Kunstlicht, wegen der vorhandenen Beleuchtung und um den Himmel blauer zu machen. Der zeigt noch etwas Restlicht, es ist Dämmerung, nicht vollständig Nacht. Nachtaufnahmen macht man nie wirklich nachts, wenn man es vermeiden kann.
 
So weit, so gut, aber jetzt fehlt noch das Licht von vorne. Platt auf der Kamera wäre es zu hart und würde keinerlei Modulation bieten.  Also weg von der Kamera etwas seitlich, um Modulation zu erzeugen. Ich habe einen Metz 45CT3 verwendet, der auf Kunstlicht umgefiltert war. Und damit der Blitz nicht so hart wird, habe ich den durch einen weissen Schirm geballert. In der einfachsten Variante macht das ein Assistent der Blitz und Schirm am langen Kabel in der Hand hält. Der Blitz steht auf 1/4 manuelle Leistung fest. Die nächstbessere Variante ist die Verwendung eines Schirmneigers, auf den man den Blitz befestigt. Das wäre dann schon mit einer Hand zu halten und ohne Assi machbar.
 
 
 
Wenn man aber schon mal einen Schirm mit sich rumschleppt, kann man auch gleich noch ein kleines Lampenstativ dazupacken. Hab ich gemacht. Um das Zeugs nicht mit dem Blitzkabel umzureissen und um etwas mehr Freiheit für meine Position zu gewinnen habe ich noch einen Satz Funkzünder von Ebay für 20 Euro mit in den Sack geworfen.
 
 
 
Das Set ist in rund 30 Sekunden aufgebaut, lässt sich ultrakompakt falten und das ganze Shooting war in nicht mal 5 Minuten über die Bühne. Okay, Details: Metz 45CT3 Stabblitz. Den Halteblock für die Schiene habe ich entfernt, in das 1/4"-Gewinde habe ich einen Adapter von 1/4" auf 3/8" geschraubt, darein wiederum einen Rapidapter für 5/8" Bolzen, die übliche Grösse von Lampenstativen. Das nächste Teil ist ein Schirmneiger von Multiblitz - nahezu unkaputtbar. Ein üblicher Durchblitzschirm, ein kompaktes Manfrotto Lampenstativ, und ein vierkanaliger batteriebetriebener Funkzünder von Ebay. Von all den Billigzündern kann ich momentan nur diese hier empfehlen. Und auch die sind mehr oder weniger Verschleissmaterial.
 
Sicherheitshinweis: Unter freiem Himmel ist man manchmal einem Phänomen ausgesetzt, das die Experten "Wind" nennen. Man sollte sicherstellen, dass dadurch nicht Schirm und Stativ weggeblasen werden. Man kann einen (ausreichend schweren) Fotokoffer oder Sandsäcke mit Klettbändern am Stativ festmachen, oder man nötigt irgendeine unschuldige Seele dazu das Stativ festzuhalten.
 
Alles verstanden? Dann los, selber Bilder schiessen!
   
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