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FREITAG, 05.01.2007 - 00:55 Uhr
Das Baustrahlerkompendium
Baustrahlerkompendium und Studio-mach's-Dir-selbst
Billiges Licht für professionelle Ergebnisse
Einleitung
Dies ist die Evolution des Baustrahlerkompendiums zu einer etwas fetteren Ausgabe.
Sie beleuchtet jetzt auch die Einrichtung und den Betrieb eines Fotostudios.
Ist noch nicht fertig, einige Arbeit ist noch zu tun. Kann
aber nicht mehr lange dauern. Sinnvolle Ergänzungen oder / und Korrekturen
werde ich gerne einarbeiten, E-Mail an mich genügt.
Wenn die Ambitionen steigen, gilt das nicht zwangsläufig auch für das
Budget. Viele Amateure und Semiprofis kaufen dann überteuert oder schlicht Schrott.
Dieses Kompendium soll Entscheidungshilfen bei Auswahl und Einkauf preiswerter
Beleuchtung geben. Preiswert heisst in diesem Fall aber nicht in jedem Fall
unbedingt billig, nach wie vor gilt, dass man bekommt was man bezahlt.
Eine gewisse Untergrenze kann man nur mit inakzeptablen faulen Kompromissen oder
unter Inkaufnahme grösserer Sicherheitsrisiken unterschreiten.
Dieses Kompendium kann naturgemäss nicht perfekt sein und kann nicht alle
Sonderfälle berücksichtigen, Studio ist ein sehr skalierbarer Begriff. Dem
einen bedeutet das eine Holzplatte vor einem mit Japanpapier zugeklebten
sonnenbeschienenen Fenster, dem anderen platzt der Kragen weil er es nicht schafft,
den verdammten Sattelzug mit dem studioeigenen Kran hoch genug zu heben, dass der
Antriebsstrang mit nur einem Schuss aufs Bild kommt.
Zwischen diesen beiden Extremen bewegen wir uns, wenn wir "Studio" sagen.
Um das Ganze jetzt etwas einzugrenzen, vergessen wir mal die Extremisten und
konzentrieren uns auf Räumlichkeiten und Einrichtungen die geeignet sind,
Sachaufnahmen mit Objekten, die auf einen Tisch passen und Personenaufnahmen mit
ein bis drei Personen zu produzieren. Grössere / kleinere Umfelder mag der
geneigte Leser selbst abstrahieren oder notfalls bei mir erfragen. Ich kann
keine Antwortgarantie geben, und ab einem gewissen Umfang oder im professionellen
Bereich werde ich das eventuell auch nicht kostenlos tun können. Aber Fragen
kostet erst mal nix.
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Copyright, Urheberrecht
Dieses Tutorial unterliegt selbstverständlich dem geltenden Urheberrecht.
Republikation oder Abdruck in gleich welcher Form ist auch in Auszügen ausdrücklich untersagt,
solange ich nicht vorher meine schriftliche Einwilligung erteile. Findet jemand Auszüge hieraus an anderer Stelle bitte ich um Nachricht. Soweit zum unangenehmen Teil.
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Und jetzt zum Fun-Part:
Einrichtung / Betrieb eines Studios
Ich gehe davon aus, dass es einen dedizierten Raum für die Einrichtung eines Studios
gibt. Das kann auch eine komfortabel umgebaute Grossgarage sein, eben ein einzelner
Raum, eventuell mit Nebenräumen. Wer sein Wohnzimmer freiräumen muss, kann
sich hoffentlich aus meinen Ausführungen auch ausrechnen, was zu tun ist.
Das Schlafzimmer oder die Torturkammer freizuräumen empfiehlt sich nur für
Sachaufnahmen oder wenn das Model der/die eigene Angedrohte.... äh, Angetraute ist.
Kann sonst zu Missverständnissen führen. Oder (grins) auch nicht....
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Platz
Ein Studio mit weniger als 270 cm Deckenhöhe ist nur kriechend zu ertragen,
erst ab 300 cm macht es Spass. Mehr ist immer gut, eine umlaufende Galerie in
3 Metern Höhe wäre sogar genial. Allerdings gibt es auch hier Grenzen.
Autopoles klemmen nur bis zu 370 cm Deckenhöhe, danach wird entweder ein
abgehängtes superteures und wenig flexibles Deckenschienensystem oder ein
ebenfalls teures aber auch flexibleres Wind-up Stativ nötig.
Ideal wäre mit vertretbarem Aufwand also alles zwischen 300 und 350 cm Deckenhöhe. Darüber gilt, dass Deckenhöhe nur durch mehr Deckenhöhe ersetzt werden kann. Wer nur
Sachaufnahmen macht, kann ab 3 x 3 Metern Grundfläche für die Shooting
Range anfangen. Mehr ist auch hier immer deutlich besser. Sinnvoll wird es ab
5 x 5 Metern Grundfläche. Für Personenaufnahmen braucht man mindestens
5 Meter Breite und 6 Meter Länge, alles was drunter liegt, kann zwar auch
gehen, wird aber für regelmässige Arbeit echte Quälerei. Und wie
gehabt, mehr ist....
Die Wände sollten so stabil sein, dass man problemlos den einen oder anderen
Dübel setzen kann. Wird öfter nötig als man denkt. Der Raum sollte
trocken und heizbar sein, der Fussboden eben und einigermassen isoliert. Ideal ist
Parkett oder Laminatboden, Teppich ist auch okay, verlangt dann aber im Bereich
des abzuhängenden Hintergrunds eine Hartfaserunterlage. Mit Absätzen
(sogar ungeilen platten solchen) haut man sonst sofort durch den teuren Karton.
Ein Wasseranschluss mit mindestens einem Waschbecken ist immer sinnvoll, bei
Personenaufnahmen sollte auch eine (saubere ! ) Toilette und Dusche zur Verfügung
stehen, die nicht nur über den Hof oder durch den kalten Keller erreichbar ist.
Eine abgeteilte, nicht einsehbare Garderobe oder ein separater Umkleideraum sind
sehr zu empfehlen, ein Schminktisch ist überaus sinnvoll. Rechts und links
neben dem Schminkspiegel sollte man einzeln schaltbare Leuchtstofflampen in
Lichtfarbe 12 (Tageslicht) oder 84 (extended white) montieren.
Man sollte einen Platz für Requisiten und Zubehör vorsehen. Wenn man Kleidung lagert,
sollte diese entweder ladenneu oder zumindestens frisch gereinigt sein. Dem weiteren
Komfort der Modelle und des Fotografen dient ein gut gefüllter Kühlschrank
(wenig oder gar kein Alkohol !!! ), eine Kaffeemaschine und eine kleine Stereoanlage.
Der Fotograf sollte bedenken, dass einige Modelle den Musikgeschmack des Fotografen
eventuell nicht teilen. Wenn man das im Auge behält, geht alles etwas leichter.
Manche Fotografen schätzen die Möglichkeit, mit Tageslicht zu arbeiten, ich
ziehe völlige Kontrolle über das Licht vor. Daher würde ich nach Kräften
jedes Tageslicht aussperren oder eine Möglichkeit schaffen den raum völlig zu vrdunkeln. Je nach gewünschten Motiven kann man den "Raum im Raum"
bauen mit Versatzwänden, die man notfalls täglich neu tapeziert oder streicht,
man kann Hintergrundkartons verwenden, die zu einer Hohlkehle geschwungen werden, man
kann eine Hohlkehle auch fest einbauen (Cyclorama). Bei Sachaufnahmen kommt meist ein
Aufnahmetisch zur Verwendung. Den kann man für teuer Geld kaufen, oder man verwendet
Sägeböcke aus dem Baumarkt, auf die man eine Glasplatte vom Glaser, eine Plexiplatte
oder eine Spanplatte legt.
Für Sachaufnahmen ist es Klasse, wenn das Studio schwarze Wände hat, bei Personenaufnahmen
ziehe ich weisse Wände vor, die man idealerweise aber mit schwarzen Vorhängen
oder abgehängten schwarzen Stoffen verdecken kann bei Bedarf. Für stark
akzentuiertes, sehr differenziertes Licht kommt man um schwarze Wände oder riesige
schwarze Flags nicht herum.
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Es werde Licht.....
Welches Licht und wieviel man davon beschafft, hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Ideal ist immer Studioblitz. Dazu später mehr. Unbewegliche Motive und Stills kann
man mit sehr wenig Licht schiessen, hier ist Lichtqualität wichtiger als Lichtquantität.
Wenn ich mein Motiv sehen kann, kann ich es auch fotografieren. Dauerlicht kann hier
auch aus einer Schreibtischlampe kommen wie im folgenden Beispiel.

Bewegte Motive / People verlangen nach deutlich
mehr Heisslicht, um in den Freihandbereich zu kommen, oder besser Blitzlicht wegen der
kurzen Leuchtzeiten. Heisslicht wird durch seine Temperatur oder die Kapazität der
elektrischen Anlage in der Menge begrenzt, Blitz meist durch farbige Ziffern auf dem
Kontoauszug. Je mehr Heisslicht man verwendet, umso mehr Platz braucht man auch, und umso
heftiger muss die Klimaanlage arbeiten. Heisslicht kann Motive und Models grillen. |
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Geeignete Lampen für Dauerlicht
Theoretisch ist fast jede Lampe geeignet. Praktisch stehen bei einigen Lampen allerdings
ellenlange Listen mit Nachteilen an, wie Farbkonstanzprobleme, geringe Lebensdauer bei
hohem Preis, hohe Verlustwärme etc..
Für die Fotografie mit kleinem Budget und
grossen Ambitionen bleiben daher nur wenige Lampen/Leuchtmittel-Kombinationen übrig.
Es sind durch die Bank Halogenlampen. Halogenlicht wird zwar als relativ hell empfunden,
reicht fotografisch jedoch leider nicht sehr weit. Lampen von 1000 Watt oder zumindest
500 Watt nominaler Leistung als Hauptlicht sind daher kein Luxus. Man kann das noch mit
kleineren Lampen zu 300, 150 und 100 Watt ergänzen. Sehr preisgünstig bekommt
man in Baumärkten Tiefstrahler mit beidseitig gesockelten Halogenlampenstäben
zu 500 oder 150 Watt. In die Fassungen für 500 Watt kann man auch Leuchtmittel zu 300 Watt
einsetzen. Nicht ganz so preiswert, dafür kompakter sind die Osram Halostar Leuchtmittel
mit 100, 150, 250 Watt nominaler Leistung. Es handelt sich dabei um Halogenbrenner mit
einem zusätzlichen Schutzglas und Fassungen mit Edisongewinde E-27 für geeignete
Porzellanfassungen und 230 Volt Nennbetriebsspannung.
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Kabel, Schalter, Fassungen, Befestigungen
Viele E-27-Fassungen taugen nur für maximal 100 Watt, oft sogar nur für 60 Watt.
Man sollte vor dem Einsatz genau prüfen, ob die Lampenfassung das gewählte
Leuchtmittel verkraftet. Kabeltrommeln funktionieren schon bei mittleren Leistungen
ganz prima als Schmelzofen. Wenn der Anschluss einer Lampe über eine Kabeltrommel
nicht zu vermeiden ist, muss das Kabel zum Betrieb unbedingt vollständig abgewickelt
sein, um Wärmeabfuhr zu gewährleisten. Tiefstrahler aus dem Baumarkt werden
oft ohne Kabel mit einem Bügel zur Schraubbefestigung geliefert. Sinnvollerweise
montiert man entweder nur Stummelkabel oder Kabel von maximaler Stativhöhe plus
mindestens drei Metern, um die Bildung von Stolperfallen zu vermeiden. Gummikabel mit
3 x 1,5 mm² Querschnitt und einem entsprechend kräftigen Netzstecker ist hier das
Mittel der Wahl, wobei auf korrekten Einbau der Zugentlastung zu achten ist. Adernendhülsen sind zwingend vorgeschrieben und unverzichtbar.
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Gummikabel
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An den Bügel schraubt man einen 5/8" Hülsenrapidapter von Manfrotto/Multiblitz.

Links ist der Standard 5/8"-Bolzen üblicher Lampenstative zu sehen, rechts ist darauf ein Rapidapter montiert.
Den schraubt man einfach ins Material oder den Bügel ein, kontert bei Bedarf mit Mutter und Seeger-Ringen.
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Damit ist der Anschluss professioneller Lampenstative sichergestellt. Wenn man sehr
vernünftige Schnurschalter bekommt, kann man diese verwenden. Ansonsten ist die
Verwendung eines extern geschalteten Verteilers mit separater Absicherung für jeden
Anschluss oder einfaches Steckerziehen besser als die Verwendung futzeliger Schnurschalter
für Schreibtischlampen. Viele Haushaltsstromkreise sind mit maximal 10 Ampere abgesichert.
Das reicht für circa 2000 Watt, abzüglich Kühlschrank, Waschmaschine, Kaffeekocher,
oder was sonst noch am gleichen Kreis hängt. Mehrere unabhängige Kreise sind
pures Gold, sollten aber im Vorfeld abgecheckt und markiert werden. Sonst schaltet man
eine Lampe an, und das Licht geht aus. Für diesen gar nicht so seltenen Fall sollte
man genau wissen, wo der Sicherungskasten ist, wie man drankommt, und sich davon
überzeugen, dass der angebliche Schlüssel zum Kasten auch passt und keine
verschlossene kellertür zwischen Fotograf und Sicherungskasten ist. Beliebt sind
auch umschlusswütige Hausmeister, die nach dem Abschliessen nach Hause gehen und
grundsätzlich nicht im Telefonbuch stehen. Bei Schmelzsicherungen sollte man sich
davon überzeugen, dass noch funktionierende Reserven vorhanden sind. Man sollte es
kaum glauben, aber in den meisten Sicherungskästen Deutschlands liegen entweder
keine, falsche, oder schon kaputte Sicherungen. Sterbende Halogenbrenner haben die unangenehme
Angewohnheit, mindestens eine Sicherung mit in den Tod zu reissen, man sollte daher
vorbereitet sein. Die gängigsten Sicherungen habe ich immer im Koffer. Wer einmal
unter Produktionsbedingungen herausgefunden hat, dass keine Automaten, sondern
Neozed-Einsätze drin sind, der weiss, wovon ich rede. Glück gehabt, wenn
dann nur eine von drei Phasen weg ist.

Auch an die Feinsicherungen für (Studio-)Blitzgeräte und an Ersatzbatterien für die Kamera
sollte man stets denken.
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Sicherheit
Halogenbrenner werden sehr heiss, der Kolben erreicht bis zu 800° Celsius. Daher
ist in Deutschland zwingend ein Sicherheitsglas für den Betrieb vorgeschrieben.
Wenn der Leuchtfaden reisst, gibt es oft Kurzschlüsse, und Brenner platzen
dann auch schon mal. Das Sicherheitsglas ist *kein* Luxus !! Ein Sicherheitsabstand
von 50 cm ist ebenfalls einzuhalten, sonst bekommt man ein recht heimeliges Lagerfeuer.
Sinnvollerweise hält man einen Feuerlöscher auf CO2-Basis bereit. Der ist zwar
teuer, richtet aber im Falle eines Falles keinen zusätzlichen Schaden durch
Löschmittel an, und taugt notfalls für Löschversuche an Anlagen,
die noch unter Spannung stehen. Wenn irgend erreichbar, sollte man vor dem
Löschversuch aber den Saft abschalten.
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Leistungsregelung, Dimmen, Farbe
Bei Farbaufnahmen und in Grenzen auch bei S/W ist es nicht ratsam, Halogenlampen zu
dimmen, weil sonst Farb- und Grauwerte unkalkulierbar werden. Leistungsregelung
erreicht man besser durch die Wahl unterschiedlicher Lampenstärken,
Erhöhung oder Verringerung des Abstands oder die Verwendung transparenter
Streuschirme in unterschiedlichen Dichten. Die Lichtfarbe von handelsüblichen
Halogenlampen liegt bei 2800 bis 3400 Kelvin, je nach Zustand und Alter der
Leuchtmittel und Fassungen. Man sollte mit den Lampen der Wahl eine Versuchsreihe
mit Filtern KB 12 und KB 15 (Wratten 80A und 80B) schiessen, um herauszufinden,
welche Kombination dem persönlichen Geschmack am nächsten kommt.
Wenn man noch keine Filter hat, würde ich zu einem ersten Versuch mit
einem KB15 raten. Diese Filter sollte man für jeden Objektivdurchmesser separat
anschaffen, die Streulichtprobleme (später mehr) sind auch ohne die Verwendung
von Adapterringen schon gross genug. S/W-Film kann man ohne Filter verwenden,
wenn man berücksichtigt, dass die niedrigere Farbtemperatur gegenüber
Tageslicht eventuell einen helleren Hautton produziert. Der Effekt ist ähnlich
dem Einsatz eines leichten Orangefilters, und kann manchmal durchaus gewünscht
sein. Blitzlicht ist immer Tageslicht, man hat hier seltenst Farbprobleme.
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Blitzlicht - welches und wieviel ?
Diese Entscheidung wird oft mit dem Blick auf den letzten Kontoauszug getroffen,
und nur selten in vollem Bewusstsein um alle Anbieter des Marktes und deren Sortiment.
Noch weniger ist das Handling und die Praxistauglichkeit eine bekannte Grösse,
weil der gemeine Erstbenutzer eben meist mit dem Kauf die allerersten Erfahrungen
mit der Materie macht. Informationen aus zweiter Hand und vom Hörensagen sind
aber äusserst schlechte Kaufberater. Anders kann ich mir nicht erklären,
dass so viele Amateure und so wenig Profis Multiblitz oder Walimex verwenden.....
Dazu kommen die "Tests" in den selbsternannten Fachzeitschriften. Auffälligerweise
finden sich bei jeder Gerätebesprechung von den Herstellern der besprochenen Geräte
grössere Mengen Anzeigen. Man mag daraus seine Schlüsse ziehen. Ich würde
jedoch anstelle der Bezeichnung "competence carrier" bestenfalls "special interest paper"
gelten lassen.
Genau wie "Studio" ist auch "Blitz" ein sehr skalierbarer Begriff. Er beginnt bei
Knuffis von Photo Porst für 20 Steine und endet bei 12 Meter langen Autolights
oder Benjamin Baghiro, der mal eben 200 Generatoren mit Lampenköpfen unter die
Decke eines Flugzeughangars hängt, um einen neuen Jumbo im frischen Lack
inclusive der gesamten Airline-Belegschaft zu fotografieren. In einem Zeitfenster
von gerade mal 20 Minuten heisser Phase....
Fast jeder wird schon einen oder zwei Blitzgeräte für den Blitzschuh sein eigen
nennen. So brauchbar diese Teile für den Aussen- und Reportageeinsatz sind, im
Studio sind sie denkbar ungeeignet. Aufsteckblitze per Verlängerungskabel von der
Kamera zu trennen funktioniert nur in einem relativ kleinen Bereich bis etwa 1 Meter
Entfernung Blitz-Kamera einigermassen gut im TTL-Modus. Die von vielen Herstellern als
Option angebotene Möglichkeit mehrere Blitze per Kabel oder drahtlos TTL zu steuern
funktioniert nur bei relativ flachem Vorderlicht und ist dafür einfach zu
überteuert. Sobald man ein etwas differenzierteres Licht oder ein extremes Streiflicht
setzen will, ist die Funktion zweifelhaft bis schlecht. Zwei bis vier preiswerte
Servoblitze kosten einen Bruchteil der drahtlosen TTL-Lösungen und sind meist die
ungleich bessere Lösung.
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Metz Multiconnector System
In analogen Zeiten habe ich das Metz Multiconnector System für
SCA 300 verwendet, die Blitze aber alle in manuellen Leistungsstufen geregelt. Das System fand bei
mir Verwendung, weil es drahtgebunden garantiert auslöst und ich eine Bereitschaftsanzeige
hatte, wenn alle Blitze zündbereit sind. Selbst dafür ist es eigentlich zu teuer.

1): Metz 36 CT2 am Entfesselungskabel für Kompaktblitze
2): Metz Multiconnector auf SCA-300 Adapter
3): Direktanschlusskabel für Kompaktblitze
4): Direktanschlusskabel für Stabblitze
5): 5 Meter Verlängerungskabel, bis zu drei können kaskadiert werden.
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Billiger
Die nächste, auch billigere Lösung ist der Einsatz von Servoblitzen. Man kann mit
Knuffis für 10 Euro von Photo Porst anfangen, ist dann aber darauf angewiesen, immer
reichlich frische Batterien oder Akkus zu bevorraten, und die relativ langen Blitzfolgezeiten
sind auch nicht gerade spontaneitätsfördernd. Das Batterieproblem kann man aber
mit netzbetriebenen Servos von W.O.C. eliminieren. Diese Geräte werden in eine Fassung
mit Edisongewinde E-27 eingedreht und daraus mit Netzspannung versorgt. Man kann sie per
Kabel zünden, oder sie zünden über die eingebaute Fotozelle mit, wenn ein
anderer Blitz gezündet wird. Zudem haben sie schon recht brauchbare Leistungen, das
Ganze zu Preisen, für die man keine Aufsteckblitze bekommt. Sie sind auch deutlich
robuster als Aufsteckblitze und im Gegensatz zu Aufsteckblitzen nahzu unbeschränkt
dauerbetriebsfest. W.O.C. stellt diese Geräte auch mit einem ziemlich popeligen
Pilotlicht her. Das ist superschwach und leider auch eine unhaltbare thermische Belastung,
ich rate dringend ab. Wer unbedingt ein Pilotlicht braucht (und wer braucht das nicht ? )
sollte sich gleich bei einem Studioblitzhersteller nach Kompaktaggregaten oder kleinen
Generatoren mit Lampenköpfen umsehen.
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Knuffis und WOC Slaves, andere Servos

1): Der "Knuffi", ein Blitz mit eingebauter Fotozelle, fester Leistung, ungefähr Leitzahl 10/11
2): Ein billiger Batterieblitz mit einem Blitzschuhadapter auf PC-Kabel
3): Ein weiterer billiger Batterieblitz, diesmal auf einem Schirmneiger von Manfrotto.
Den setzt man auf ein Lampenstativ, mit einem einfachen weissen oder silbernen Schirm erhält
man auf einfache Weise weiches Licht. Zudem kann man das Ganze klein zusammenklappen für
Reisebetrieb.
4): Ein WOC Servoblitz, hier die Version SF-28M mit Hama-Label. Das Kürzel steht für Studio(Servo)-Flash,
die Leitzahl (Meter) und "Master" (man kann den Blitz auch per Kabel zünden)
5): Ein Servoblitzauslöser für Studioblitzgeräte mit Klinkenstecker
6): Ein Servoblitzauslöser (Rowi 301, rund 25 Euro) an einem Kabel/Blitzschuhadapter
7): Diverse Blitzkabel
Das sind (aus gutem Grund) alles Geräte mit fester Leistung, man muss also entweder gut Kopfrechnen
können für die Leitzahlen, oder man kauft einen Blitzbelichtungsmesser. Der Blitzbelichtungsmesser ist
die vorzuziehende Variante, man bekommt brauchbare Geräte schon ab 150 Euro. Lichtmessung reicht für
mich, Objektmessung oder gar Spotmessung für Blitz brauche ich nicht.
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Funkzünder
Es gibt seit einiger Zeit von verschiedenen Herstellern Funkzünder zu kaufen. Die tummeln sich in allen Preisklassen, leisten aber bei weitem nicht alle das Gleiche. Einige sind nicht in der Lage batteriebetriebene Kompaktblitze zu zünden, andere überstehen Zündspannungen von über 48 Volt nicht, bei vielen Studiogeräten keine Seltenheit. Einige funktionieren nur mit Netzstrom, viele verwenden schwachbrüstige Stecker, die mit fragwürdigen Adaptern betrieben werden müssen. Die Reichweite der billigeren Geräte liegt nur bei gutem Wetter und Rückenwind im Bereich der vollmundigen Prospektwerte, realistisch sind unter 10 Meter als maximale Reichweite zu erwarten. Wenn man was Perfektes will, muss man LPA Pocket Wizards kaufen, da landet man für ein Pärchen allerdings bei satt 500 Euro inclusive Steuern. Dafür zünden die alles was man Blitz nennen kann in bis zu 150 Metern Abstand. Bei den Billiggeräten kann ich nur einen Typ empfehlen: Den RF- 604, ein Set aus Sender und Empfänger (4-Kanal) kostet rund 25 Euro. Mehr als 4 Kanäle sollte man nicht nehmen, weil die Geräte wegen der höheren Decodierzeit dann nicht mehr sicher zünden. Die Geräte haben einen festen Klinkenstecker 6,3 mm für professionelle Studioblitzgeräte (plus separat mitgeliefertem Adapter für Spielkram mit Steckern von 2,5 mm) und eine Buchse für P/C-Synchronkabel. |
Studioblitzgeräte
Übliche Kompaktaggregate sind eine Kombination von Generatorteil und Lampenkopf in
einem Gehäuse. Dadurch wird nur ein Gehäuse nötig, teure Stecker und
Verbindungskabel entfallen, auch die Montage wird einfacher. Das schlägt sich
verglichen mit separaten Generatoren und Lampenköpfen positiv in einem niedrigeren
Preis je Ws nieder. Ausserdem ist wegen der kurzen internen Verkabelung die
Leistungsausbeute besser. Ein Kompaktaggregat bringt meist eine ganze Blende mehr
auf dem Motiv als eine Generator/Lampenkopf-Kombi mit identischer nomineller Leistung.
Kompaktaggregate beginnen leistungsmässig mit rund 250 Ws und gehen bis zu 3000 Ws Leistung.
Wenn man nur ein Gerät kauft, sollte man mit mindestens einem 500er anfangen, wenn
man etwas flüssiger ist, gerne auch grösser. Später kann man immer noch
250er, Spots oder Generatorteile ergänzen. Für Sachaufnahmen kommt man weiter
mit einem sehr kräftigen Gerät, für Personenaufnahmen ist man mit einem
500er und zwei 250ern schon ganz gut ausgestattet. Man erreicht damit ca Blende 11
für 100 ISO, wenn man weich ausleuchtet. Wenn man die Auswahl zwischen mehr
Leistung (ausgehend von 1 x 500 + 2 x 250) oder Zubehör hat, sollte man erst mal das
Augenmerk auf Zubehör legen. Standardreflektoren, Snoots, Schirme, Wabenraster,
Klappenvorsätze und Filterhalter sind wichtige Zubehörteile für die
Lichtformung und bringen einen viel weiter als nur blanke Leistung. Auf tubusengstrahler (Snoots) kann man verzichten, eine gute Wabe leistet weit mehr. Im Sortiment der
meisten Hersteller gibt es Low-Budget Geräte, die nur eine geschaltete
Leistungsregelung auf volle oder halbe Leistung erlauben. Die kann man zur Ergänzung
anschaffen, aber die ersten zwei oder drei Geräte sollte man stufenlos regelbar
beschaffen. Besonderen Augenmerk sollte man auf die Reflektorbefestigung legen. Hensel
hat ein patentiertes Schnelllwechselsystem, das die stufenlose Rotation jedes einzelnen
Reflektors erlaubt. Dieses System ist einzigartig, meiner Ansicht nach allen anderen
Produkten am Markt überlegen. Die Expert-Reihe und die neueren Contras verwenden
ein kleineres Reflektorbajonett, die Mono-Reihe ein etwas grösseres. Mit
Adapterringen kann man die grösseren Mono Reflektoren an Expert und Contra
Generatoren anpassen, umgekehrt geht es nicht. Die Mono sind identisch mit den
Anschlüssen für die Hochleistungslampenköpfe an den grossen Generatoren,
die Expert und Contra passen auch an Lampenköpfe mit maximal 3500 Ws Belastbarkeit.
Die grösseren Reflektoren sind nur unwesentlich teurer als die kleinen, der Platz
zwischen Reflektor und Blitzröhre ist allerdings grösser, das Handling ist
weniger anfällig für unbeabsichtigte Beschädigung der Röhre. Ich
ziehe daher die Monos vor, aber mit ein wenig Ruhe bei der Arbeit und wenn man sie
nicht täglich braucht, dann sind die kleineren Köpfe und Reflektoren die
preiswertere Wahl. Das Beleuchtungsergebnis ist bei beiden Systemen faktisch identisch. Neuerdings werden auch die Lampenköpfe für die Generatoren als EH-Köpfe hergestellt.
Es gibt noch eine ziemliche Reihe von weiteren Blitzgeräteherstellern im Studiobereich.
Zu nennen wären dabei Briese, Bläsing, Pro AB, Elinchrom, Horst Musch, Balcar,
Broncolor, Lumedyne, Courtenay, Multiblitz, White Lightning, Paul Buff und ein paar andere.
Alle haben ihre Vor- und Nachteile ( einige auch nur Nachteile ), in der Summe aller Vorteile
bietet meiner Ansicht nach Hensel das bei weitem beste Preis-/Leistungsverhältnis.
Es ist daher das System meiner Wahl und findet meine ausdrückliche Empfehlung.
Zu den Blitzgeräteherstellern kommen noch auf Zubehör spezialisierte Hersteller,
zum Beispiel für Softboxen und Flächenleuchten wie Chimera und North Lights.
Wer ernsthaft an der Anschaffung von Studioblitzgeräten interessiert ist, sollte
sich gründlich informieren, bevor man nachher noch bei Courtenay oder Multiblitz
landet. Von deren Geräten rate ich aus diversen Gründen ab. Je besser die
Informationsbasis, um so leichter fällt die Entscheidung für Hensel.
Für weitere Informationen verweise ich auf die Hensel Website.
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Ausleuchtung, Lichtformung
Viel wichtiger als die Frage "Wo-werfe-ich-Licht-hin?" ist die Frage
"Wo-und-wie-verhindere-ich-Licht?". Sieht sonst aus wie Lindenstrasse, nicht ausgeleuchtet,
sondern hellgemacht. Doch dazu später. Ich kann hier keinen kompletten Kurs in
Ausleuchtung halten, es dauert Jahre, bis man Licht "fühlt" und entsprechend
beeinflussen kann. Ich werde jedoch verschiedene Methoden der Lichtformung und die
sinnvollste Verwendung respektive Wirkung auf das Motiv beschreiben. Grundsätzlich
gilt aber: Eine grosse Leuchtfläche gibt einen weichen Schatten, eine kleine
punktförmige Lichtquelle ergibt einen scharf umgrenzten, harten Schatten.
Ausführlicher lasse ich mich dazu in "Grundlagen Licht" aus.
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Die Lichtwirkung
Die Lichtwirkung ist auch vom Winkel des Lichteinfalls zur Aufnahmeachse abhängig.
Ein (theoretisches) Licht, das punktförmig aus dem Zentrum der Filmebene durch
das Objektiv nach aussen gesandt würde, ergäbe keinerlei sichtbare Schatten
auf dem fertigen Foto. Spots, die sehr nahe an der Kameraachse plaziert sind produzieren
auch nur wenige scharf umrissene Konturen. Plaziert man sie jedoch seitlich, erhält
man heftigste Schlagschatten. Analog gilt das für grosse Leuchtflächen. Plaziert
man diese als weiches Streiflicht, kann man trotz des eigentlich weichen Lichtes immer
noch beeindruckende Schatten erzielen. |
Die Auswirkung unterschiedlicher Lichtformergrössen und
Lampenabstände auf die Schattenbildung |
 |  | | Spotlicht, kurzer Abstand, | Spotlicht, grosser Abstand |  |  | | Normalreflektor, kurzer Abstand | Normalreflektor, grosser Abstand |  |  | | Softbox, kurzer Abstand | Softbox, grosser Abstand |
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Die Beleuchtung muss sich zwei Dingen unterordnen, dem Motiv und der Bildidee. Das Motiv
verlangt eine materialgerechte Ausleuchtung, das gilt für Sachaufnahmen genauso wie für
Portraits und Aktaufnahmen. Beleuchtungstechnisch ist Haut genau so eine Oberfläche
wie Holz oder Metall, wenn auch mit anderen Reflexionseigenschaften. Der Einfluss der
Bildidee macht dann aus der schlichten Reproduktion das fertige Foto.
Weiches Licht erzielt man durch eine grosse Lichtquelle oder durch Streuung bzw. Reflexion.
Streuen kann man mit durchleuchtetem Papier, Stoff oder anderen Diffusoren. Reflektieren
kann man von Wänden, Decken, dedizierten Reflexschirmen oder Styroporplatten.
Reflexion ist meist weicher als Streuung, und Streuung bringt zusätzlich oft
weitere Randprobleme wegen unerwünschtem Seitenlicht. Softboxen sind gute Kompromisse,
die Seitenlicht ausschalten, dennoch recht gut streuen.
Hartes Licht erzielt man durch besonders kleine Lichtquellen und stark gerichtetes,
zu den Seiten abgeschirmtes Licht. Je weniger Licht von Wänden , Decken oder
dem Aufnahmeaufbau reflektiert wird, um so weniger Streulicht kann die Schatten
weicher machen. Licht wird gern mittels Wabenrastern genauer auf den Punkt gebündelt.
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Das hier ist ein Ausschnitt aus einem Fladen Wabenraster.
Das Ding ist einen Zentimeter dick und hat einen Wabendurchmesser von 3 mm.
Das Material ist Alu, es gibt Waben aber auch in Kevlar und aus anderen Kunststoffen.
Es kommt aus Raumfahrt, Flugzeug- und Rennautobau. Waben werden da in Form gepresst
und dann beidseitig mit Kohlefaser beplankt. Es entsteht eine Planke mit der Festigkeit
von dicken Stahlblechen und einem Gewicht gegen Null. Das untere Teilbild ist aus ca
5 cm Entfernung geschossen. Man kann sehen, dass das Raster Licht nur unidirektional
durchlässt. Dieses Raster ist unbehandelt, an den Wänden der Wabenzellen
wird noch Licht gestreut, das Raster gibt ein weicheres Licht. Andere Raster sind
mattschwarz lackiert, das macht das Licht noch gerichteter. Wabenraster werden in
Verbindung mit nahezu allen Reflektor- und Diffusorformen verwendet. Sie erhalten
die Charakteristik der Lichtformer, erlauben aber einen sehr gezielten Einsatz. |
Flags
Flags, im Deutschen früher auch "Neger" genannt, sind Abschirmungen aus mattem schwarzem
Stoff, Kunststoff, schwarz gestrichenem Styropor oder Sperrholz. Diese positioniert
man so, dass aus der Kameraposition gesehen alle Lampen und Leuchtflächen durch
Flags verdeckt sind ohne dass das Motiv verdeckt wird. Sonst bekommt man Streulicht
auf die Optik, was in unerwünschten Reflexen, Kontrastminderung oder weniger
scharfen Bildern endet. Man kann das selbst bauen, oder man verwendet C-Stands mit
Grip Equipment, wie es Manfrotto/Multiblitz seit einiger Zeit im Standardprogramm
und mit der Avenger Grip Line recht umfassend im Angebot hat.
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Lichtformer selbst bauenGenerell muss man zunächst einschränkend sagen, dass es nicht sinnvoll ist,
alle Lichtformer selbst zu bauen. Man baut Lichtformer, die Spezialformen haben oder
die nicht regulär käuflich zu erwerben sind. Selbstbaureflektoren sind oft
weniger transportabel, schwerer und dienen meist nur einem einzigen Zweck.
Die Überlegung, ob man wirklich selbst baut, oder doch ein etwas universelleres
käufliches System erwirbt, sollte also gründlich durchdacht sein.
Es kann sonst durchaus passieren, dass der Selbstbau teurer wird als der Kauf
eines fertigen professionellen Geräts. Ich habe selbst gebaute Lichtformer
nur als Longlights/Weichlicht im Einsatz, eine Backlight Bank mit 15 x 140 cm
Leuchtfläche unter Wabenraster, eine von 15 x 200 cm Leuchtfläche
und eine Standsoftbox von 15 x 200 cm Leuchtfläche. Konstruktionsdetails hier.
Fast alle Optionen für den Selbstbau, die sich bieten, sind Optionen
auf Weichlicht. Softboxen, Streurahmen, etc. Hartes, akzentuiertes Licht ist meist
mit Metallverarbeitung verbunden, bringt gewaltige thermische und meist auch
strahlenoptische Probleme mit sich. Das ist mit dem kleinen Handwerkskasten nicht
zu leisten. Wer also nicht der perfekte Handwerker ist, sollte vom Selbstbau von
Klappenvorsätzen, Tubusengstrahlern etc. also eher absehen. Mit den entsprechenden
Fähigkeiten und Werkzeugen ausgestattet, sollte man aber sicherstellen den zu
bauenden Reflektor in einer regulär käuflichen Version unter
Einsatzbedingungen einmal funktionieren gesehen zu haben. Sonst baut man unter
Umständen an den praktischen Anforderungen vorbei nur auf optische Perfektion
und erhält unbrauchbare Geräte.
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Zubehör
Die Kataloge der grossen Hersteller sind voll davon. Im professionellen Bereich Manfrotto, ansonsten Hama, Kaiser, Rowi und noch einige andere.
Es gibt in den Sortimenten unverzichtbare Artikel, aber auch Baumarktartikel
für wenige Cents, die mit dem Label "Fotostudio" plötzlich Preissteigerungen
von mehr als 1000 Prozent erfahren.
Hier haben wir ein regulär käufliches Bodenstativ (1, Gut aber teuer) plus dem notwendigen
Doppelbolzen und eine selbstgedengelte Version (2, billich...) aus Spanplatte, vier Spaxschrauben
und einem schnell angeschweissten Blech. Der Rapidapter (3, notorisch) passt auf beide.
Studioblitzgeräte auch.
Keinesfalls sparen sollte man an Stativen,
Riggings, elektrischen Anlagen und Sicherheitseinrichtungen. Eine simple Fangkette
für 2 Euro hat mir beim Bruch einer Superclamp mal den Abgang eines Blitzaggregats
im vierstelligen Bereich aus mehreren Metern Höhe erspart. 50 Euro
Preisunterschied zwischen einem vernünftigen Lampenstativ und einem umgebauten
Notenständer entscheiden möglicherweise über Leben oder Sterben eines
um ein vielfaches teureren Blitzaggregats, oder über die zukünftige
Kopfform des stolzen Studiobesitzers. Zugegeben, die Tussis stehen auf Veteranen
mit Stahlplatten im Schädel, aaaaber.....
Sinnvoll sind zum Beispiel Schraubzwingen, Leimzwingen, Tacker aus dem Baumarkt
statt den deutlich teureren Pendants aus den Studiokatalogen. Man kann Haftpast
von Hama verwenden, klitzekleines Töpfchen 10 Euro, oder man verwendet Autokitt
von Teroson , ein Kilo für 5 Euro. Die Produkte sind nahezu identisch.
1): Leimzwingen aus dem Baumarkt. 1 Euro fuffzich.
2): Das selbstgedengelte Bodenstativ.
3): Super Clamp. Teuer aber gut.
4): Dito, hier mit einem Hakenzubehör.
5): Konsol-Ausleger, Doppelbolzen, Haken für Hintergrundaufhängung, passt zur Super Clamp.
6): Multiclip, teuer. Klemmt schlapper als Wäscheklammern oder Leimzwingen.
7): Handtuchaufhänger. Können erstaunliche Dinge für Sachfotografie.
Klassische Studiofotografie geschieht vor einer Hohlkehle, die meist mit
Papierhintergründen realisiert wird. Das Papier kommt in Rollen von 275 cm
Breite und 11 Metern Länge, etwa 280 Gramm stark. Es ist auf Pappkerne
gewickelt, die sich auf Dauer durchhängen und sichtbare Beulen hinterlassen,
man wickelt das Papier also sinnvollerweise auf Kerne aus Stahl oder Aluminium
(2750 x 50 x 1,5 mm) um. Aufgehängt werden diese Hintergründe mit Spreizachsen,
die man seitlich einschiebt und dann spannt und in spezielle Haken einhängt. Die
können fest an der Wand angedübelt werden oder sie sind als Einsätze
für Superclamps ausgeführt, die dann wiederum an Autopoles geklemmt werden.
Hintergrund ist Verbrauchsmaterial. Die Rolle kostet etwa 50 Euro, und mit
Schuhabdrücken oder Löchern drin schneidet man eben mal den einen
oder anderen Meter ab. Das tut dem einfachen Studiobeginner fast so weh, als
wenn man am eigenen Bein rumschnitzt. Muss aber sein. Gnaaadenlos.
Später schneidet man dann schon gelassener.
Man kann aber auch Stoffhintergründe nehmen. Die kann man in Natur verwenden,
oder man färbt sie mit Dispersionsfarben und Schwämmchen oder Gartenspritzen.
Stoffe in grossen Laufbreiten bis zu 12 Metern kann man beim Theaterausstatter
kriegen.
Notfalls geht aber auch eine schöne nackte Ziegelwand.
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Nun denn......
Jetzt muss es nur noch losgehen. Kostet Geld, kostet Zeit, und wird sicher nicht
am ersten Tag ein nettes Ergebnis bringen. Dieses Kompendium wird aber hoffentlich
Unfälle oder Fehlinvestitionen vermeiden helfen.
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